Die Integration von ISDN-Endgeräten in die VoIP-Umgebung des Routers und die erforderlichen Konfigurationsschritte sind abhängig vom jeweiligen Anwendungsbeispiel und von den Möglichkeiten einer evtl. eingesetzten ISDN-TK-Anlage. Wichtig für die Anwender sind vor allem die folgenden Fragen:
- Können die ISDN-Endgeräte intern mit SIP-Benutzern telefonieren?
- Sind die ISDN-Endgeräte von extern über SIP-Leitungen erreichbar?
- Können die ISDN-Endgeräte extern über SIP-Leitungen telefonieren?
Wenn die ISDN-Endgeräte über eine ISDN-TE-Schnittstelle des Routers erreichbar sind, bezeichnen wir sie als "übergeordnet". Aus Sicht des Routers befinden sich die ISDN-Endgeräte dann an einer externen Leitung. Die ISDN-Endgeräte werden normalerweise nicht als lokale Benutzer geführt, daher sind auch keine Einträge für ISDN-Benutzer erforderlich.
ISDN-Endgeräte an einer übergeordneten ISDN-TK-Anlage ...
- können interne Rufe zu den SIP-Benutzern aufbauen, wenn die entsprechenden Rufnummern als interne MSNs in der ISDN-TK-Anlage konfiguriert sind.
- können interne Rufe der SIP-Benutzer empfangen, wenn die Call-Routing-Tabelle die internen MSNs der ISDN-Endgeräte z. B. über eine Standard-Route auf der ISDN-Leitung ausgeben.
- können nur dann über SIP-Leitungen Gespräche aufbauen, wenn die TK-Anlage bestimmte Rufnummern über ihren internen ISDN-Bus ausgeben kann. Ansonsten wird die ISDN-TK-Anlage alle Rufe, die nicht zu ihren internen MSNs passen, über ihre externe ISDN-Schnittstelle an das öffentliche Telefonnetz ausgeben.
- können nur dann von einer übergeordneten SIP-PBX Gespräche empfangen, wenn Sie als ISDN-Benutzer im Router eingerichtet sind und so an der SIP-PBX angemeldet werden.
Wenn die ISDN-Endgeräte über eine ISDN-NT-Schnittstelle des Routers erreichbar sind, bezeichnen wir sie als "untergeordnet". Für den Router handelt es sich dann um lokale Teilnehmer, die über die Liste der angemeldeten Benutzer aufgelöst werden können. Da die ISDN-Endgeräte selbst keine Domäne zur Anmeldung am Router übermitteln können, müssen sie mit einem entsprechenden Eintrag als ISDN-Benutzer eingetragen und so dem VoIP-System bekannt gemacht werden.
ISDN-Endgeräte an einer untergeordneten ISDN-TK-Anlage ...
- können interne Rufe zu den SIP-Benutzern aufbauen, indem sie das für die TK-Anlage notwendige Amtsholungszeichen vor die interne Rufnummer der SIP-Benutzer stellen. Die TK-Anlage gibt den Anruf dann mit der internen Rufnummer des SIP-Benutzers – ohne das Amtsholungszeichen – auf ihrem externen ISDN-Bus an den Router weiter.
- können interne Rufe der SIP-Benutzer empfangen, wenn im Eintrag für den ISDN-Benutzer die richtige Zuordnung von interner Rufnummer zur entsprechenden MSN eingetragen ist. Der Router setzt einen Ruf an die interne Nummer des ISDN-Benutzers auf die MSN und gibt diese auf dem zugewiesenen ISDN-Bus aus. Die TK-Anlage empfängt die MSN wie einen externen Anruf und leitet ihn an das entsprechende ISDN-Endgerät weiter.
- können eingehende und abgehende Gespräche über SIP- und ISDN-Leitungen führen wie die SIP-Benutzer. Bei den abgehenden Rufen ist wieder das ggf. notwendige Zeichen für die Amtsholung an der TK-Anlage erforderlich.